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Der Rundbrief 2018 von PROJEKT FÜR LIBERIA ist da


In diesem Jahr informieren wir Sie insbesondere darüber, wie wir Schülerinnen nach dem Abitur weiter fördern.

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Ebola-Epidemie hatte Einfluss auf das ganze Land


Weniger Handel, mehr Kriminalität, politische Instabilität: Ebola kann großen gesellschaftlichen Einfluss haben. Das hat ein Forschungsteam für Liberia untersucht. Die Bevölkerung habe bei der Ebola-Krise das Vertrauen in politische Institutionen verloren, sagte die Mitautorin Jessica Junker im Dlf.

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Friedensmission UNMIL hat ihre Aufgabe erfüllt


Präsident George Weah steht vor enormen Herausforderungen

 

Der Amtsantritt von George Weah markierte den ersten demokratischen Machtwechsel in Liberia seit 1944. In seiner Inaugurationsrede gelobte George Weah, der in Liberia als Volksheld verehrt wird, die Ungleichheit im Land zu bekämpfen. Denn das Fehlen von Gleichheit und Einheit würde Liberia auf den Weg der Zerstörung führen, so Weah. Der ehemalige Fußballstar bezog sich damit auf den liberianischen Bürgerkrieg von 1989 bis 2003, der ein politisches und wirtschaftliches Trümmerfeld hinterließ.

 

Am 19. September 2003 wurde die "United Mission in Liberia" (UNMIL) eingesetzt, um zur Wiederherstellung von Frieden und Sicherheit im Land beizutragen. Und die Mission kann aus heutiger Sicht als voller Erfolg gewertet werden: Mehr als 100.000 Kämpfer wurden entwaffnet, eine Million Flüchtlinge und Vertriebene kehrten nach Liberia zurück. Außerdem trug UNMIL erfolgreich zur Durchführung von drei friedlichen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen bei.

 

Mit 30. März 2018 ist das UNMIL-Mandat nach fast 15 Jahren ausgelaufen. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, zollte in einer Erklärung Anfang April jenen 202 Peacekeepern Respekt, die im Einsatz ihr Leben verloren haben.

 

Marwolo Kpadeh ist Leiter der Jugendorganisation "Liberian Youth Network". Er ist überzeugt, dass der Frieden von Dauer sein wird. Die größte Herausforderung für die neue Regierung seien allerdings die Schaffung von Arbeitsplätzen: "Der Frieden bleibt und unsere Demokratie ist reif. Jetzt brauchen wir aber Jobs", meint er im Gespräch mit der UN-Zeitschrift Africa Renewal.

 

Auch nach Beendigung von UNMIL haben die Vereinten Nationen versprochen, Liberia weiter zu unterstützen. Guterres hat angekündigt, dass die "UN-Familie weiter im Land bleiben wird, um sicherzustellen, dass der hart erkämpfte Frieden aufrechterhalten werden kann." Einrichtungen wie das Entwicklungsprogramm UNDP, das Kinderhilfswerk UNICEF oder das Welternährungsprogramm WFP werden in Liberia weiterarbeiten.

 

Nervöser Start der Friedensmission

 

Der liberianische Bürgerkrieg begann im Dezember 1989, als Charles Taylor einen bewaffneten Aufstand zum Sturz von Präsident Samuel Doe startete. Bis zum Jahr 2003 verloren 250.000 Menschen ihr Leben. In der Folge genehmigte der UN-Sicherheitsrat die Einrichtung einer Friedensmission, die sich aus bis zu 15.000 Soldaten und über 1.000 Polizisten zusammensetzte.

 

Die UNMIL nahm ihre Arbeit im Oktober 2003 auf. Sie ersetzte die Überwachungsgruppe ECOMIL der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS, die seit September mit mehr als 3.500 Soldaten aus Nigeria, Mali und Senegal den Frieden im Land zu sichern versuchte.

 

Voraussetzung für den Einsatz von UNMIL und ECOMIL war das Friedensabkommen von Accra, das am 18. August 2003 von Charles Taylor und den Führern als Konfliktparteien unterzeichnet worden war.

 

Der erste Befehlshaber von UNMIL war der mittlerweile pensionierte Generalleutnant Daniel Opande aus Kenia. Im Gespräch mit Africa Renewal erinnert er sich an die Situation in Liberia zum Zeitpunkt seiner Stationierung: “Es funktionierte nichts. Die Regierung war zusammengebrochen, es gab keine Sicherheitsvorkehrungen, das ganze Land war in Aufruhr. Die Menschen zogen von Ort zu Ort und suchten nach Sicherheit oder nach Nahrung. Die Situation war sehr schlecht."

 

Patrick Coker, der im Oktober 2003 als Informationsoffizier zur UNMIL stieß, bestätigt den damals katastrophalen Zustand des Landes. "Als ich nach Liberia kam, hing eine dicke Wolke von Ungewißheit und Unsicherheit über dem Land. Es gab keinen Strom, kein Wasser, die Kämpfer waren bewaffnet, dazu kamen Tausende von Binnenvertriebenen. Es herrschte Hoffnungslosigkeit, Armut und Angst - wir waren nervös."

 

Am 7. Dezember 2003 startete die UNMIL einen zunächst missglückten Versuch zur Entwaffnung der Bürgerkriegsparteien. Daniel Opande schreibt die Erfolglosigkeit der Aktion der damaligen Unerfahrenheit der UNMIL zu. Es gab Missverständnisse über die Entschädigung für die Kämpfer. Als diese begannen, in die Luft zu schießen, wurde die Entwaffnung abrupt abgebrochen.

 

Erfolgreiche Abrüstung

 

Am Weihnachtstag des Jahres 2003 kam es beinahe zur Eskalation. Kämpfer der Rebellenfraktion "Liberians United for Reconstruction and Democracy" (LURD) verhinderten die Stationierung von Friedenstruppen in Tubmanburg nordwestlich von Monrovia.

 

Zwei Tage später kehrte General Opande mit einer stark verstärkten Truppe nach Tubmanburg zurück. Diesmal kapitulierten die Kämpfer und setzten ihren Kontrollpunkt in Brand. "Das liberianische Volk ist des Krieges müde. Wir sind auch müde", sagte der stellvertretende LURD-Generalstabschef Oforie Diah.

 

Die UNMIL-Führung lernte aber aus den negativen Erfahrungen. Nach einer groß angelegten Informationskampagne konnte der Entwaffnungsprozess im April 2004 erfolgreich wieder aufgenommen werden.

 

Die Verhandlungen mit den Kämpfern gestalteten sich dennoch nicht als ganz einfach. Patrick Cocker erzählt, dass der "Umgang mit den Exkombattanten, die seit mehr als einem Jahrzehnt im Busch lebten, keine leichte Aufgabe war." So wurden verspätete Zahlungen der vereinbarten Abrüstungszulage als Provokation empfunden. Es folgten Androhungen, den Friedensprozess zu torpedieren.

 

In solchen Momenten setzte UNMIL oftmals auf den Einfluss liberianischer Frauen, um die ehemaligen Kämpfer zu beruhigen. "Wenn es in Liberia eine Gruppe gibt, zu deren Verdienste um den Frieden ich am meisten gratulieren muss, dann sind es die Frauen", meint Generalleutnant Daniel Opande.

 

Nach der erfolgreichen Demobilisierung und Rehabilitierung half die UNMIL mit, in Liberia eine neue Armee und Polizei aufzubauen. Außerdem leistete die Friedensmission technische und logistische Unterstützung für zahlreiche Abteilungen der neuen Regierung.

 

Ebola vernichtet Wirtschaftswachstum

 

Bei den ersten Präsidentschaftswahlen nach dem Bürgerkrieg im Jahr 2005 ging Ellen Johnson Sirleaf als Siegerin hervor. In der Stichwahl vom 8. November gewann sie gegen George Weah. Im November 2011 gelang ihr die Wiederwahl.

 

Die Präsidentin, die zwischen 1992 und 1997 das Afrika-Büros des UNDP leitete, war mit einer vom Krieg zerstörten Wirtschaft konfrontiert. Sie mobilisierte in- und ausländische Ressourcen, um die Entwicklung anzukurbeln.

 

In den ersten Jahren von Sirleafs Präsidentschaft wuchs die Wirtschaft zwischen fünf und acht Prozent pro Jahr. Der Aufschwung hatte allerdings seinen Preis: Im Jahr 2010 stand Liberia bei Gläubigern wie dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank oder der Afrikanischen Entwicklungsbank mit fast fünf Milliarden US-Dollar in der Kreide. Die Summe machte 90 Prozent der gesamten Auslandsschulden des Landes aus.

 

Als 2014 die Ebola-Epidemie einsetzte, brach die Wirtschaft erneut zusammen. Die BIP-Wachstumrate stürzte von 8,8 Prozent im Jahr 2013 auf 0,7 Prozent im Jahr 2014 ab. 2016 wurde sogar eine negatives Wachstum von 1,6 Prozent verzeichnet. Seitdem geht es nur langsam aufwärts: Für 2018 wird ein BIP-Wachstum von 3,2 Prozent prognostiziert.

 

Weah soll es richten

 

Vierzehn Jahre Bürgerkrieg und die Ebola-Epidemie hätten die sozioökonomische Entwicklung Liberias völlig entgleisen lassen können. Aber die Amtseinführung von George Weah scheint die Hoffnung auf eine positive Zukunft des Landes wiederzubeleben.

 

Präsident Weah müsse auf den Erfolgen von Ellen Johnson Sirleaf aufbauen, schreibt Benjamin Spatz in der New York Times. "Sie brachte Liberia von den Toten zurück. Jetzt ist es an ihm, die jungen Institutionen des Landes zu fördern, indem er ihre zwanghaft korrupte politische Kultur in Angriff nimmt."

 

Die Hoffnung von Marwolo Kpadeh auf ein bessere Zukunft hängt von der Bewahrung des Friedens ab. "Entwicklung ist niemals ohne Frieden möglich", sagt er. "Wir sollten alle stolz auf die Leistung der UNMIL sein." (Ende)

 

*Kingsley Ighobor ist Mitarbeiter unseres Partnermagazins Africa Renewal der Vereinten Nationen. Der englischsprachige Originalbeitrag ist erstmals in Ausgabe April-Juli 2018 (*.pdf) erschienen.

 

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Ohne Aufträge, ohne Geld: Wie ein Manager aus Österreich half, ein Unternehmen in Liberia aufzubauen


Melvin Brown aus Braunschweig, er ist ein ehrenamtlicher Mitarbeiter von Projekt für Liberia, möchte seinem Heimatland durch den Aufbau eines Unternehmens in Liberia helfen. Ein "Manager ohne Grenzen" hilft ihm dabei.

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Liberias künftiger Präsident Weah will Korruption ausrotten


Monrovia - In seiner ersten Rede nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl in Liberia hat Ex-Weltfußballer George Weah der Korruption den Kampf angesagt. «Diejenigen, die das liberianische Volk durch die Plage der Korruption betrügen wollen, werden keinen Platz in meiner Regierung haben.»

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