|
|

|
| |
Kultur, Bildung,
Gesundheit
Liberia ist die älteste unabhängige Republik
des afrikanischen Kontinents und war nie Kolonie.
Bildung
Heute
besteht für Kinder zwischen 6-16 Jahren Schulpflicht.
Nach 14 Jahren Bürgerkrieg gibt es jedoch kaum noch
Schulen und zudem nur wenig ausgebildete Lehrer.
Staatliche
Schulen bieten für Lehrer jedoch aufgrund ausbleibender
oder zu geringer Gehälter keine berufliche
Alternative, um
ihre Familien ernähren zu können.
|

|
| |
Der
Staat gibt im Jahr pro Einwohner nur 9 $ für Bildung
aus.
Die
wenigen noch funktionierenden Schulen im Land werden
durch kirchliche oder private Träger gestellt und
kosten Schulgeld. In vielen Familien reicht das Geld
aber nicht
für die notwendige Ausbildung ihrer Kinder. Wenn überhaupt,
kann oft nur ein Kind einer Familie die Schule besuchen.
Mädchen werden zumeist benachteiligt. So können
nur 57,6% er über 15 jährigen Liberianer lesen und
schreiben (2003).
Frauen
( 58,4% Analphabeten )sind stärker betroffen als
Männer
(26,7% Analphabeten). Die Jugend ist signifikant
schlechter gebildet als
die
Erwachsenen.
Es gibt eine Universität in Monrovia mit ca.
9000 Studenten (April 2005).
|
|
| |

|
Ein großes Problem stellt die Integration
der ehemaligen Kindersoldaten dar. Es wird von ca. 20.000
Kindersoldaten ab sieben Jahren ausgegangen, teils entführt
oder mit Versprechen auf Essen gelockt. Die UN zahlt den
Kindersoldaten, die ihre täglich abgestempelte Schulbesuchs-Karte
vorweisen, am Monatsende 30 US Dollar. Sie sollen so einen
Anreiz erhalten,
sich der Disziplin der Schule unterzuordnen. Mit diesem Geld
bestreiten sie ihr Leben! Ihre Alternative wäre, sich
weiter als Kindersoldaten in Liberia oder unruhigen Nachbarländern
zu verdingen. |
| |
Gesundheit
Durch den jahrelangen Bürgerkrieg fehlt es in Liberia
an grundlegender medizinischer Versorgung. Unzureichende sanitäre
Anlagen und mangelnde Hygiene begünstigen die Ausbreitung
von Krankheiten. Die meisten Gesundheitseinrichtungen wurden
irgendwann während des Krieges zerstört
oder geplündert. Es stehen oft nur noch Ruinen der einstigen
Gebäude.
Zur Zeit zählt Liberia nur ca. 300 Ärzte,
das heißt, in Liberia muß ein Arzt 9687 Patienten versorgen
(Deutschland: 303). Medizinisches Hilfspersonal, z.B. Krankenschwestern
gibt es viel zu wenig.
Die Säuglingssterblichkeit
liegt mit 13,8% an viert höchster Stelle der Erde
(2009).
Da es keine Krankenversicherung gibt, müssen Patienten
die Krankenkosten selber tragen, wozu die meisten nicht in
der Lage sind.
Wie allgemein auf dem afrikanischen Kontinent
breitet sich auch in Liberia HIV aus. 2003 gingen Statistiken
von 5,9 % Infizierter unter der erwachsenen Bevölkerung
aus. Test
werden nur in geringem
Maße durchgeführt, so dass verlässliche
Zahlen nicht vorliegen. Die „Welt Hunger Hilfe“ meldet,
dass zwei von drei Frauen während des Bürgerkriegs
sexuelle Gewalt erfahren haben. Es ist anzunehmen, dass
Zahl der HIV-Infizierten auch deshalb sprunghaft gestiegen ist.
Die Aufklärung der Bevölkerung über
AIDS ist dringend erforderlich!
|
|
| |
Kultur
Viele
Bevölkerungsgruppen in Liberia konnten sich ihre
musikalischen Traditionen bewahren. Bei den Vai z.B.
stellen Tänze und Gesänge wichtige Teile von
Ritualen dar, die den Jugendlichen in geheimen Treffen
vermittelt werden. Wie in anderen Ländern Westafrikas
auch bestehen die Lieder aus Rufen und Antworten und
werden von traditionellen Instrumenten begleitet.
|

|
|