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Geschichte und Politik

Das heutige Liberia wurde ursprünglich von 16 verschiedenen Ethnien besiedelt. Um frei gelassene Sklaven in Westafrika anzusiedeln, kauften die Vereinigten Staaten einen Teil der Kolonie Sierra Leone. Ca. 20.000 befreite Sklaven siedelten sie hier gegen den Willen der einheimischen Bevölkerung in den fruchtbarsten Gebieten der Küste an.
1847 erhielt der Staat seine Souveränität als Republik Liberia.

UN-Posten in Monrovia

  Die kleine elitäre Oberschicht der „befreiten Sklaven“ (Americo-Liberianer) machte nie mehr als 5% der Bevölkerung aus, hatte jedoch die politische und wirtschaftliche Macht in den Händen. Die Stammesangehörigen wurden unterdrückt. Konflikte mit sowie zwischen der einheimischen Bevölkerung haben schon hier ihren Ursprung und wirken bis in die Gegenwart.
Bis 1980 beherrschten die Americo-Liberianer das Land
Die Wirtschaft Liberias stützte sich ab den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts auf die Ausbeutung von Rohstoffen, insbesondere durch Unternehmen aus den USA.
Korruption, Missmanagement und Finanzknappheit belasteten das Land zunehmend. 1979 wurden die Preise für das Grundnahrungsmittel Reis extrem angehoben. Dieses löste Unruhen unter der Bevölkerung aus und mündete im Bürgerkrieg. Samuel Doe, ein einfacher Soldat, ermordete während dieser Unruhen den Staatspräsidenten William Tolbert. Does blutiger Militärputsch brachte seine Volksgruppe Krahn an die Macht. Andere Ethnien unterdrückte er massiv. Als Bündnispartner hatte Doe die USA.
Nach Ende des Kalten Krieges und Auflösung der Blöcke verlor Doe jedoch diesen Bündnispartner und damit auch Macht.
Die von Charles Taylor gegründete "National Patriotic Front of Liberia" (NPFL) fand gerade bei den unterdrückten Ethnien Unterstützung. Die NPFL griff Ende 1989 von der benachbarten Côte d’Ivoire aus die Regierungstruppen Does an und konnte in kurzer Zeit fast 95% des Landes unter ihre Kontrolle bringen. Doe wurde durch eine Splittergruppe der NPFL unter Führung von Prince Johnson 1990 ermordet. Taylor kontrollierte bald wichtige Diamantminen und große Teile des Landes. Er wurde durch Waffen und Geld aus dem Ausland unterstützt. Es folgte ein acht Jahre dauernder blutiger Bürgerkrieg mit über 200.000 Toten .Nach einem Friedensabkommen 1997 wählte die Bevölkerung Taylor aus Angst zum Präsidenten (als „kleineres Übel“ zum sonst fortgeführten Krieg). Taylor versprach den Liberianern Wiederaufbau und Versöhnung. Stattdessen erweiterte er jedoch seine Macht und beutete das Land extrem aus. Die Bevölkerung unterdrückte Taylor brutal durch Folter, Hinrichtungen, Vergewaltigungen und Zwangsrekrutierungen von Kindersoldaten.

Die von der Staatsmacht ausgeschlossenen Ethnien Krahn und Mandingo begannen erneut brutale, blutige Kämpfe. Diesmal mit dem Ziel des Sturzes Taylors. Der Krieg eskalierte im Frühling 2003. Am 17. Juni 2003 kam es durch Initiative der ECOWAS und einer internationalen Kontaktgruppe zum Waffenstillstand. Auf Beschluss des UNO-Sicherheitsrats befindet sich seit August 2003 eine über 15.000 Mann starke multinationale Friedenstruppetruppe in Liberia.
Auf internationalen Druck hin trat Taylor im August 2003 zurück. Er befand sich bis März 2006 im „politischen Asyl“ in Nigeria. Nach einem Fluchtversuch wurde er festgenommen und muss sich nun vor Gericht für seine Taten verantworten.
 
 

Nach einer Übergangsregierung unter Gyude Bryant fanden im Herbst 2005 freie demokratische Wahlen statt. Aus diesen ging Frau Ellen Johnson-Sirleaf als Siegerin hervor. Sie arbeitete zuvor bei der Weltbank und in internationalen Gremien. Internationale Pressestimmen räumen Liberia mit ihr als Staatspräsidentin eine gute Chance für eine bessere Zukunft ein.


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Wahlkampf 2005 in Liberia